Angewandte Nachhaltigkeit für die Lebensmittelindustrie

Im Jahr 2050 werden rund neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Diese Perspektive stellt uns vor enorme globale Herausforderungen. Mit innovativen Lösungsansätzen werden Herausforderungen zu Chancen. Dies gilt insbesondere für die Chemischiendustrie: Produkte und Lösungen der BASF werden dazu beitragen, Ressourcen zu schonen, gesunde Ernährung und Nahrungsmittel zu sichern sowie die Lebensqualität zu verbessern. Nachhaltigkeit und Innovation sind hierbei wesentliche Treiber. Ein ausgewähltes Kundenbeispiel zeigt, wie die BASF im Bereich Ernährung und Gesundheit mit ihren Kunden zusammenarbeitet, um Konsumgüter nachhaltiger zu produzieren.

Innovative Produktentwicklungen und strategische Nachhaltigkeitswerkzeuge sind greifbare Maßnahmen der BASF, die ihren Unternehmenszweck „We create chemistry for a sustainable future“ untermauern. Ein Beispiel dafür ist „SET – applied sustainability™“, eine kundenorientierte Nachhaltigkeitsstrategie, die hilft, Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern.


Der BASF Unternehmensbereich Nutrition & Health entwickelt, produziert und vermarktet ein umfangreiches Produkt- und Serviceangebot für die Bereiche Human- und Tierernährung, die Pharmaindustrie sowie für die Duft- und Geschmackstoffindustrie. Ziel dieses Unternehmensbereichs ist es, zu einer höheren Lebensqualität beizutragen – indem er die Nahrung, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen auf der ganzen Welt verbessert. Die Suche nach den besten Lösungen für eine nachhaltige Zukunft setzt die Balance von wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedürfnissen voraus. Hierfür arbeitet das SET-Team eng mit und für die BASF-Kunden und mit weiteren Interessensgruppen zusammen.


Wertschöpfungsketten verstehen und aktivieren

Verbraucher und Handelsunternehmen suchen zunehmend nach Produkten, die zu einem nachhaltigeren Lebensstil beitragen. SET – applied sustainability™ unterstützt Hersteller von Futter- und Lebensmitteln, die Nachhaltigkeit ihrer Produkte zu messen und zeigt konkrete Verbesserungspotenziale auf. Dies geschieht entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der „Wiege bis zur Bahre“, also vom Rohstoffeinsatz über die Produktion bis hin zum Verbrauch durch den Konsumenten und zur Entsorgung.


Als „The Chemical Company“ verfügt die BASF über eine außerordentlich breit gefächerte Industrieexpertise. So profitieren beispielsweise Kunden der Lebensmittelindustrie von der engen Zusammenarbeit innerhalb der BASF. Dort betrachten Agrarexperten, Spezialisten für Nahrungsmittelzusätze und Verpackungsfachleute Nachhaltigkeitsthemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In unterschiedlichste Glieder der Wertschöpfungsketten integriert, kann die BASF diese aktivieren und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitgestalten.


Ein klares Verständnis darüber, was die Märkte bewegt, erhält die BASF auch über ihr weit gespanntes Netzwerk. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des „The Sustainability Consortiums“ (TSC), eines unabhängigen Netzwerks, dem auch führende, global agierende Handelsunternehmen und Konsumgüterhersteller angehören. „Wir sind aktiv im TSC, um Konsumentenerwartungen aus Sicht des Handels und unserer Kunden zu verstehen. So können wir Marktanforderungen antizipieren und innovative Lösungen suchen&ld; erklärt Kristina Gräper, Leiterin von SET – applied sustainability™ im BASF-Unternehmensbereich Nutrition & Health.


Was SET – applied sustainability™ von vielen Nachhaltigkeitsinitiativen unterscheidet, ist der direkte Bezug zum Produkt. Umfassende Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien wendet SET – applied sustainability™ auf konkrete Kundenprodukte an und macht Nachhaltigkeit greifbar und messbar. Ob Orangensaft, Kopfschmerztablette, Aromen oder Rindersteak – jedes Produkt kann kontinuierlich nachhaltiger gestaltet werden. Das gilt ganz unabhängig davon, ob es konventionell oder nach einem Bio-Standard hergestellt wird. SET – applied sustainability™ bringt Produkte „auf eine Reise“ hin zu mehr Nachhaltigkeit. „Der Nachweis über die verbesserte Nachhaltigkeit schafft einen zusätzlichen Wert für den Verbraucher, den Produzenten und seine Marke“, erklärt Kristina Gräper.


Ausgezeichnete Nachhaltigkeitsstrategie für Fleischvermarkter

Ein konkretes Beispiel für angewandte Nachhaltigkeit ist die mit dem Fleischvermarkter Westfleisch errechnete CO2-Bilanz für seine komplette Erzeugungskette für die Fleischsorten Schwein, Rind und Kalb. Westfleisch ist einer der führenden Fleischvermarkter Europas mit Sitz in Deutschland.


Das SET-Team der BASF untersuchte unter der Leitung von Dr. Christoph Günther, Leiter für SET in Europa, Afrika und Westasien, wie viele Treibhausgase entlang der gesamten Wertschöpfungkette anfallen. Erst wenn bekannt ist, wo CO2-equivalente Emissionen anfallen, ist es auch möglich, diese kontinuierlich zu reduzieren, und diese Erfolge im Markt zu kommunizieren.


„Es gibt viele Stellschrauben, um Nachhaltigkeit zu verbessern. Mit unserem ganzheitlichen Ansatz finden wir Optimierungspotenziale und helfen unseren Kunden dabei, diese auszuschöpfen“, erklärt Dr. Christoph Günther. Die erste CO2-Bilanz für Schweinefleisch im Jahr 2010 machte deutlich, wie stark sich die Herstellung von Futtermitteln auf die CO2-Bilanz auswirkt:


Über 50 Prozent der CO2-Bilanz von Schweinefleisch basierten auf diesem Faktor. Darin enthalten sind die in der Wertschöpfungskette vorgelagerten CO2-relevanten Düngemittel und Maßnahmen zu Pflanzenschutz und -zucht. Westfleisch ergriff gemeinsam mit den Mischfutterpartnern wirkungsvolle Maßnahmen: Das aus Übersee importierte Soja im Futter wurde teilweise durch heimischen Raps ersetzt und Weizen teilweise gegen Gerste getauscht, da Gerste weniger Düngemittel benötigt. Neue Technik im Stall verbraucht ebenfalls weniger Energie. So verbesserte sich beispielsweise die Futterverwertung der Tiere. Die Maßnahmen zeigten Erfolg: Die nach drei Jahren durchgeführte Revision der Werte für Schweinefleisch ergab einen jährlich um drei Prozent verringerten Eintrag an Treibhausgasen in die Erdatmosphäre.


Westfleisch-Vorstand Dr. Helfried Giesen sagt: „Dank SET haben wir als führendes Unternehmen der Fleischbranche einen umfassenden CO2-Fußabdruck für unsere Produkte errechnen können. Damit können wir uns auf dem Markt differenzieren und sowohl dem Handel als auch den Verbrauchererwartungen aktiv entgegenkommen.“ Für seine langfristig und konsequent verfolgte Nachhaltigkeitsstrategie wurde Westfleisch am 3. Mai 2013 mit dem “Meat Vision Award 2013„ der Fachpresse des deutschen Fachverlags ausgezeichnet.


Auf der Reise hin zu mehr Nachhaltigkeit gibt es keine Standardroute. Jede Branche und jedes Unternehmen hat ganz unterschiedliche und individuelle Möglichkeiten, das Thema für sich und seine Kunden zu bearbeiten. Der strategische Ansatz von SET – applied sustainability und die innovativen Instrumente der BASF können dabei für alle Akteure in der Wertschöpfungskette positiven Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit zu leisten.


Dr. Helfried Giesen und Jörg Bartel

Ausgezeichnet für eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie: Dr. Helfried Giesen, Sprecher des Vorstands der Westfleisch-Gruppe (im Bild links), und Jörg Bartel, Leiter des Zentralen Qualitätsmanagements des Unternehmens


Quelle: United Nations Global Compact International Yearbook 2013, S. 136-139

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