Fit durchs Energieloch am Laktationsbeginn

Am Anfang der Laktation können Milchkühe den Bedarf an Energie für ihre hohen Milchleistungen in der Regel nicht durch die Futteraufnahme decken. Sie geraten in ein Energiedefizit und müssen Körperfett mobilisieren. Die Situation wird durch einen systemischen Mangel an Glukose verschlimmert. In diesem kritischen ersten Laktationsdrittel kann Lutrell® Combi, ein Ergänzungsfuttermittel, das eine pansengeschützte Omega-6-Fettsäure enthält, die Stoffwechsellage stabilisieren und die Vitalität der Tiere verbessern.


Milchkühe werden seit Jahrzehnten intensiv auf höhere Milchleistungen selektiert. Die eindrucksvollen Leistungssteigerungen gehen jedoch einher mit einer kontinuierlichen Abnahme bei Nutzungsdauer und Fruchtbarkeit. Ein prädisponierender Faktor dafür ist die Unterversorgung der Milchkühe mit Glukose in den Wochen vor und nach der Kalbung (post partum, p.p.). Diese wird p.p. hervorgerufen durch die hohe Abgabe von Fett und Laktose über die Milch. Dazu mobilisiert die Kuh, gerade in den ersten Wochen der Laktation, in erheblichem Umfang Körperfettreserven.


Wie von Prof. H. Martens (Freie Universität Berlin) bereits an dieser Stelle ausgeführt, hatte die Zucht auf hohe und höchste Milchleistungen zum Ergebnis, dass sich eine deutlich ausgeprägte negative Energiebilanz zu Beginn der Laktation kaum noch durch eine angepasste Fütterung kompensieren lässt. So kann die Durchschnittskuh oft erst 85 bis 100 Tage p.p. mit dem Erreichen ihres maximalen Futteraufnahmevermögens eine positive Energiebilanz vorweisen. Wird der erhöhte Bedarf an Glukose im ersten Drittel der Laktation der Kuh nicht hinreichend gedeckt, können Stoffwechselprobleme auftreten, die einerseits erhebliche Risiken für Milchkühe und andererseits wirtschaftliche Nachteile für den Landwirt mit sich bringen.


Ein Ausgleich der negativen Energiebilanz erfolgt in der Regel durch eine Mobilisierung von Körperfett und führt somit zu einer vermehrten Freisetzung von freien Fettsäuren, wodurch in vielen Fällen die Leber zusätzlich belastet wird. Damit einhergehend kommt es zu einem Anstieg der Konzentration der Betahydroxybuttersäure im Blut. Die Tiere geraten in eine ketotische Stoffwechsellage, die mit einer Reduktion der Futteraufnahme und einer Leberverfettung verbunden sein kann. Gerade in der frühen Laktation ist dies oft die Ausgangslage für weitere Folgeerkrankungen, die sich letztlich allesamt negativ auf Gesundheit und Fruchtbarkeit der Milchkühe auswirken, zumal nur unzureichend Glukose zur Verfügung steht um die ketotische Stoffwechsellage zu entschärfen.


Ein Ausweg aus diesem Teufelskreis besteht prinzipiell darin, die Energiedichte des Futters zu erhöhen. Das ist jedoch nur in engen Grenzen möglich und in der praktischen Fütterung sind diese oft schon erreicht. Denn bei zu hohen Kraftfuttergaben ist die Ration nicht mehr wiederkäuergerecht, der pH-Wert im Pansen sinkt ab und es droht eine Pansenazidose.


Bei hohen Milchleistungen ist es daher wirkungsvoller, den intermediären Bedarf an Glukose für die Milchsynthese zu verringern. Dies lässt sich mit Gaben von Lutrell® Combi über das Futter erreichen. Das Ergänzungsfuttermittel Lutrell® Combi enthält ein pansengeschütztes Fett und besteht aus Omega-6-Fettsäuren. Lutrell® Combi senkt den Milchfettgehalt pro Kilogramm Milch, reduziert den Verbrauch an Blutglucose und optimiert dadurch den Energiehaushalt der Milchkuh. Auf diese Weise entlastet Lutrell® Combi den Stoffwechsel merklich und die Milchkuh kommt deutlich besser durch diese kritische, unvermeidbare Phase der negativen Energiebilanz zu Laktationsbeginn.


Da in der Praxis immer häufiger Probleme beim Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsgeschehen der Milchkuh auftreten, beschäftigen sich eine ganze Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen mit diesem Thema. Die Ergebnisse bestätigen, dass der Einsatz von Lutrell® Combi verschiedene positive Wirkungen hat. So erhöht Lutrell® Combi den Glukosespiegel im Blut, was auf die verringerte Neusynthese von Milchfett im Euter zurückzuführen ist. Folglich muss auch weniger Körperfett mobilisiert werden und die Ketose-Gefahr sinkt. Die Kuh reagiert darauf mit der Abgabe einer größeren Milchmenge, bedingt durch eine erhöhte Gluconeogenese und dem Fakt, dass das Euter nach wie vor bevorzugt vom Organismus mit Glukose versorgt wird. Die folgende Grafik zeigt die Wirkungen von Lutrell® Combi auf den Stoffwechsel der Milchkuh.



Durch eine zeitlich begrenzte Verringerung der Milchfettsynthese, reduziert Lutrell® Combi den Glukosebedarf pro kg Milch, entlastet den Stoffwechsel und führt zu verringerten Ketosefrequenz und einer anhaltenden Steigerung der Milchleistung. (NEFA = Non esterified fatty acids; BHB = Beta-hydroxybutyrate)



Als weitere Konsequenz des erhöhten Glukosespiegels im Blut werden auch wichtige, für das Fruchtbarkeitsgeschehen verantwortliche Hormone beeinflusst. So zeigen Studien einen Anstieg des IGF-1 Gehaltes. Gleichzeitig war die Konzentration von Progesteron im Blutplasma erhöht. Folglich starten die Tiere früher in den Zyklus. Für den Embryo bedeutet dies, dass er wesentlich bessere Bedingungen vorfindet, um sich schneller und sicherer im Uterus einzunisten. So trat die Trächtigkeit für Kühe, die während der Transitphase und der frühen Laktationsperiode CLA erhielten, 38 Tage früher ein.


Eine geringere Körperfettmobilisierung entlastet auch die Leber, da weniger freie Fettsäuren verarbeitet werden müssen und in Folge auch weniger Betahydroxybuttersäure anfällt. Das führt zu einer geringeren Leberverfettung. Lutrell® Combi kann also dabei helfen, durch Einsparung von Glukose, die Energiereserven der Hochleistungskuh effizienter zu nutzen und die Stoffwechsellage der Tiere zu stabilisieren.


Fazit

Durch den Einsatz von Lutrell® Combi wird, in der kritischen Phase der unvermeidbaren negativen Energiebilanz zum Start der Laktation, der Energiebedarf je Liter Milch reduziert. Dies führt u.a. zu einem höheren Glukosespiegel im Blut und einer höheren Milchleistung. Zudem ist mit Verbesserungen bei Fruchtbarkeit und Gesundheitsstatus in Folge einer verringerten Ketosefrequenz zu rechnen, was die Nutzungsdauer und Lebensleistung der Milchkühe messbar verbessert. Für den Einsatz von Lutrell® Combi empfehlen wir eine Gabe von 125 g pro Kuh und Tag, beginnend am 21. Tag vor der Kalbung bis zum 80. Tag p.p. Darüber hinaus ist auch eine verkürzte Gabe bis zum 30. Tag p.p. möglich, jedoch sollte hier die Dosis verdoppelt werden. Die BASF besitzt die exklusive Lizenz für die Anwendung von CLA im Milchviehbereich.
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