Konservierung von Feuchtgetreide mit Luprosil® Produkten

Wenn Futtergetreide mit Kornfeuchten von mehr als 14% geerntet wird, können Mikroorganismen zu einem schnellen Verderb führen. Zu feuchtes Getreide muss aber vor der Lagerung nicht unbedingt getrocknet werden. Eine andere Möglichkeit ist die Konservierung mit Propionsäure, die unter dem Markennamen Luprosil® angeboten und seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt wird.


Getreide kann bei der Ernte je nach Wetterlage mehr oder weniger hohe Kornfeuchten aufweisen. Trifft ein hoher Wassergehalt des Ernteguts mit einem hohen natürlichen Keimbesatz zusammen, kommt es zu einer explosionsartigen Vermehrung von Bakterien, Hefen und Pilzen und die Gefahr des Verderbs steigt stark an.


Solche Probleme lassen sich einfach vermeiden. Ein schlagkräftiges Konservierungsverfahren für Futtergetreide ist die Zugabe von Propionsäure während des Einlagerns. Bestens bewährt hat sich dafür das flüssige Produkt Luprosil. Als Alternative dazu wird auch das anwenderfreundliche und materialschonende Produkt Lupro-Grain® angeboten. Lupro-Grain ist eine abgepufferte Propionsäure und deshalb weniger korrosiv.


Die Dosierung von Luprosil hängt entscheidend von der Ausgangsfeuchte des Getreides und der gewünschten Lagerdauer ab. Die Aufwandmenge beträgt 1-3% (besonders für Mais). Mit steigender Kornfeuchte und zunehmender Lagerdauer erhöht sich die Dosierung. Die Behandlung sollte unmittelbar nach der Ernte erfolgen, weil sich feuchte Körner infolge mikrobieller Tätigkeit schnell erhitzen.


Anwendungshinweise bei speziellen Bedingungen der Getreidekonservierung

  • Zuschlag bei hohen Einlagerungstemperaturen des Getreides

Bei Einlagerungstemperaturen des Getreides von über 35°C ist ein Zuschlag von 10% auf die Dosiermenge empfehlenswert, da bei diesen Temperaturen ein Teil der Säure verdampfen kann.


  • Zuschlag bei hohem Befallsdruck mit Schadkäfern

Bei Auftreten von Schadkäfern im Vorjahr und bei hohen Einlagerungstemperaturen mit großer Schütthöhe ist das Getreide häufig von Schadkäfern (Kornkäfer, Reismehlkäfer, Getreideplattkäfer etc.) und Milben bedroht. Unter diesen Bedingungen wird empfohlen - unabhängig von der Kornfeuchtigkeit - die Dosierung von Luprosil oder Lupro-Grain anzuheben. Das bietet zwar keinen garantierten Schutz vor Insektenbefall, hat in der Praxis aber eine gute Wirkung gezeigt. Dies ist aber nur eine ergänzende Maßnahme und kein Ersatz für eine gründliche Reinigung der Getreidespeicher.


  • Zuschlag bei Gebläseförderung von konserviertem Getreide

Soll säurekonserviertes Getreide mit einem Körnergebläse sofort nach der Säurebehandlung weitergefördert werden, ist eine Zwischenlagerung von einer Stunde notwendig. Wenn die unmittelbare Nachschaltung des Gebläses an das Dosiergerät nicht zu umgehen ist, muss die empfohlene Aufwandmenge um mindestens 10% erhöht werden.


  • Pflege von Dosiergerät und Schnecke:

Nach der Konservierung ist die Getreideförderschnecke mit unbehandeltem Getreide oder mit abgelagertem Säuregetreide, Kleie oder Sägemehl mehrmals durchzuspülen. Alle Geräte ebenso wie die Dosiereinrichtungen sollen nach Gebrauch mit Wasser abgewaschen bzw. durchgespült werden.


  • Ist ein Abdecken des Getreides mit Folie sinnvoll?

Konserviertes Getreide nicht mit Folie abdecken! Es kommt sonst zur Kondens- bzw. Schwitzwasserbildung unter der Folie. Die oberste Getreideschicht wird hierdurch befeuchtet und kann verderben.


  • Gemeinsame Lagerung von feuchten und trockenen Getreidepartien?

Behandeltes Feuchtgetreide darf nicht zusammen mit trockenem, unbehandeltem Getreide gelagert werden, da die Feuchte in das trockene Getreide einwandert und dieses dann verdirbt. Es muss deshalb eine Trennung der beiden Partien mit Folie erfolgen, oder die gesamte Partie ist mit Luprosil in gleicher Dosierung zu behandeln.


Transport der Konservierungsmittel

Gefahrgüter unterliegen einem strengen Transportreglement. In der Tabelle sind die Transportmöglichkeiten der Getreidekonservierungs-Produkte zusammengefasst:


Transportbestimmungen für Produkte zur Getreidekonservierung

Produkt Zusammensetzung ADR1-Verpackungsklasse Erlaubte Transportmenge ohne ADR Gefahrgut- führerschein
Luprosil® 99,5% Propionsäure PG2 II max. 333 kg
Luprosil® mobil 89,9% Propionsäure PG III max. 1.000 kg
Lupro-Grain® 90% Propionsäure
4% Ammonium
4% Propylenglykol
(Mischprodukt aus Propionsäure und Ammoniumpropionat)
Kein Gefahrgut (ohne PG) Keine Begrenzung der Transport- menge
1 ADR = Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route
2 PG = Packing Group

Nach dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR 1.1.3.6.3.) dürfen von Produkten aus Verpackungsgruppe III maximal 1.000 kg und von Produkten aus Verpackungsgruppe II nur maximal 333 kg ohne Gefahrgutführerschein transportiert werden.


Dies bedeutet, dass von Luprosil Propionsäure (99,5 %) nur noch 333 kg ohne Gefahrgutführerschein mitgeführt werden dürfen (maximal ein 200 kg Fass), das heißt ein praxisüblicher Container mit 1.000 kg darf nicht selbst vom Landhandel oder von der Genossenschaft abgeholt werden. Der Transport muss hier als Gefahrgut mit entsprechender Gefahrgutkennzeichnung, Ausrüstung und mit gültigem Gefahrgutführerschein durchgeführt werden. Wir weisen in diesem Zusammenhang nochmals ausdrücklich darauf hin, dass wir nicht bereit sind, Gefahrgut (Luprosil Propionsäure und Luprosil mobil) vor Ort direkt vom Tankzug aus in mobile Gebinde abzufüllen.


Aufgrund des höheren Flammpunktes und der Einstufung in Verpackungsgruppe III dürfen von Luprosil mobil (89,5 % Propionsäure) max. 1.000 kg (also ein Intermediate Bulk Container, IBC) von Landwirten transportiert werden.


Die beste Alternative zur Propionsäure stellt das bewährte NC-Produkt Lupro-Grain dar. Lupro-Grain ist kein Gefahrgut im Sinne des Transportes und darf deshalb ohne Mengenbegrenzung von Landwirten transportiert werden.


Weitere Hinweise können Sie unserem Ratgeber Futterkonservierung entnehmen, den wir Ihnen bei Bedarf gerne zusenden.

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