CLA: ein neuer, essentieller Nährstoff für das Kalb?

Seit 38 Millionen Jahren produzieren Pansenmikroben konjugierte Linolsäure (Omega-6 Fettsäure und andere Isomere der CLA). Diese wurden traditionell über die Milch an die Kälber weitergereicht. Seit der Umstellung der Kälberfütterung auf Milchaustauscher, der ohne Milchfett hergestellt wird, erfolgt die Ernährung der Kälber so lange CLA-frei, wie sie nicht über Zufütterung von Rauhfutter einen funktionierenden Pansen entwickeln und auf CLA aus der eigenen Fermentation zurückgreifen können. Da dies je nach Fütterungsregime durchaus einige Wochen dauern kann, sind Versuche am Kalb, das potentiell CLA-mangelernährt ist, von großem Interesse. Auch Kälber, die mit der Kolostralmilch von Müttern, die auf Silagebasis gefüttert werden, ernährt werden, haben keine signifikanten CLA-Mengen zu erwarten.


Jetzt hat das Friedrich-Löffler-Institut, wie beim letzten VDLUFA-Kongress veröffentlicht, den Einsatz von konjugierte Linolsäure (Lutalin® von BASF) beim Kalb geprüft. Dabei wurde ab einem Startgewicht von 46 kg den HF (Holstein Frisian) Kälbern entweder ein Milchaustauscher mit 0,2 % Lutalin (Versuchsgruppe) oder ohne diesen Zusatz (Kontrollgruppe) zusammen mit Kraftfutter und Heu gefüttert. Die Futteraufnahme für beide Gruppen, die aus jeweils 60 Tieren bestanden, war gleich (Tabelle 1). Somit lag eine ausgeglichene Versorgung beider Fütterungsgruppen vor.


Tabelle 1: Futteraufnahmen der Fütterungsgruppen (g Trockenmasse/Tag):

  Kontrollgruppe Versuchsgruppe
Milchaustauscher 772 767
Kraftfutter 236 220
Heu 78 79
Futteraufnahme gesamt 1086 1066

Dennoch zeigte sich im Verlauf des Versuches, der über 42 Tage lief, ein deutlicher Leistungsunterschied zu Gunsten der Versuchstiere.


Tabelle 2: Leistungsdaten der Fütterungsgruppen:

  Kontrollgruppe Versuchsgruppe rel. Veränderung
Tageszunahmen (g/Tag) 653b 756a +15,8 %
Futterverwertung (Futter/Zuwachs) 1,663 1,410 -15,2 %

Die Kälber, die in dieser Zeit 0,2% Lutalin im Milchaustauscher erhielten, wiesen eine um 15,8 % signifikant höhere Tageszunahme auf und zeigten eine um 15,2% verbesserte Futterverwertung.


CLA hat in diesem Versuch zu einer überraschend hohen Leistungsverbesserung geführt, wie sie typisch ist, wenn depletierte Tiere mit dem limitierenden Nährstoff versorgt werden. Da es sich hierbei aber um den ersten publizierten Versuch mit CLA-Ergänzung beim Kalb handelt, kann die Schlussfolgerung, dass CLA ein essentieller Nährstoff für das Kalb darstellt, zur Zeit noch nicht gezogen werden.

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